Big History in der Erwachsenenbildung.

Eignet sich das Big History Thema für Kurse an der Volkshochschule?

Das war meine zentrale Frage für den ERASMUS+ Aufenthalt an der Universität von Amsterdam im Februar 2018. Im Jahr 2021 bin ich immer noch dabei eine Antwort zu formulieren und dafür befasse ich mich noch einmal und diesmal sehr tiefgründig mit Fred Spier's Big History and the Future of Humanity. Tiefgründig heißt hierbei nicht nur das Buch noch einmal zu lesen, sondern auch in den Büchern, die Fred Spier hierfür konsultiert hat (den Quellen) zu lesen. Und da merkt man als akademischer Laie schon, wie aufwändig es ist, ein solches, vergleichsweise dünnes Buch zu Big History zu verfassen. Es beruht nämlich auf der Lektüre vieler anderer (dicker und dünner) Bücher. Es ist auch nicht gerade einfach, diese weitere Lektüre auszuwählen.

Was mir zugute kommt ist die erzwungene Auszeit von der Volkshochschule aufgrund der Pandemie. Glück im Unglück sozusagen. Ich kann mich ganz auf das Big History Thema konzentrieren, was das Selbst-Studium desselben sicherlich einfacher macht, als wenn ich das neben den Englischkursen tun müsste.

Während ich also ganz intensiv Big History und damit verbunden Themen wie Energie und Komplexität studiere, wandelt sich die obige Frage hin zu: Wie kann ich Big History für lebenslange, also erwachsene Lerner mit sehr unterschiedlichen Lebenserfahrungen, so aufbereiten, dass es für interessant genug befunden wird, sich überhaupt damit zu befassen, und dann auch verständlich und greifbar genug ist, damit die Interessenten auch dranbleiben?

Kurz: Wie kann ich Big History so aufbereiten, dass es interessant und verständlich ist für ein VHS Publikum?

Ich schreibe dies im Frühjahr 2021 und erlebe es als eine sehr intensive, lebendige Zeit, gerade auch vor dem Hintergrund der Pandemie, wo Natur und Kultur für sehr viele Menschen sehr unmittelbar aufeinanderprallen, und man oft nicht weiß, wo das noch alles hinführen wird, während man ständig damit beschäftigt ist, irgendeinen Halt zu finden.

Neu formuliert im Frühsommer 2021: Wie kann man den Menschen helfen anhand von Big History die Welt zu verstehen? Denn Big History enthält ja die ganze zunehmend verwickeltere (komplexere) Geschichte vom Urknall bis heute, von einem Zustand undifferenzierter Materie-Energie zum manchmal verwirrenden Alltag in einer hochtechnisierten, sich gefühlt immer schneller ändernden Welt voller Unwägbarkeiten. Man benötigt sowohl und zuallererst kritisches Denken, lernt dabei aber auch in Systemen und damit abstrakter zu denken. Man lernt zu unterscheiden zwischen Zusammenhängen, welche die Wirklichkeit gut beschreiben und solchen, die nur oberflächlich so erscheinen, in Wirklichkeit aber keinen Sinn ergeben, wenn man sich genauer damit befasst und sie im Lichte weiterer wissenschaftlicher Erkenntnisse betrachtet. Und zwar solcher (wissenschaftlicher Erkenntnisse), die wir als gesichertes Wissen annehmen können, weil die auf ihnen beruhende Technik sehr zuverlässig funktioniert. (Eben weil wir das Funktionieren der Technik für so selbstverständlich halten, irritiert es uns so sehr, wenn mal etwas nicht funktioniert.) Big History ist weit mehr als eine Zeitlinie voller Ereignisse, sondern ein buntes Panorama unserer Welt. Es verknüpft Ereignisse aus der Frühphase unseres Universums mit Ereignissen aus der Vorgeschichte der Menschheit und der Entwicklung, welche die Spezies Mensch bis heute durchlaufen hat. Insofern bietet es auch einen Halt. Und obwohl natürlich sehr umfangreich, so ist es doch vergleichsweise einfach zu bewältigen, da es von Fachleuten strukturiert und vorsortiert wurde. Ein bisschen so, wie ein Sprachkurs mit Lehrwerk strukturiert und Schritt für Schritt in die Welt einer fremden Sprache einführt, und damit die Voraussetzungen schafft, damit sich Lernende in der fremden Sprache zurechtfinden. Genauso schafft Big History die Voraussetzungen dafür, sich gut informiert und gebildet in der Welt zu orientieren, weil es vermittelt, wie die Welt funktioniert, physikalisch, chemisch, biologisch, geologisch und schließlich gesellschaftlich. 



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